Die Taxi in Manila

Am 20. Juli 2015 habe ich morgens um 10:30, in Makati (gehobenes Büro-Viertel inmitten von Manila), die Hand aufgehalten und so ein Taxi bestellt. Nach ein paar Sekunden stand bereits der erste vor mir. Bin eingestiegen und habe den Fahrer gebeten mich nach „Coastal Mall“ zu fahren.
Dieser hat fragend wieder geantwortet „Coastal Mall“?
„Yes, Coastal Mall“ habe ich wieder repetieren müssen.
Coastal Mall ist ein riesengrosses Einkaufszentrum mit Bus-Terminal.

Danach hat der Fahrer sein Taxameter eingeschaltet (begann bei 40 Peso) und los ging es. Vorerst ist er um denselben Häuserblock 3 x rundherum gefahren. Nachdem ich ihm den GPS meines Handy gezeigt habe und gefragt, was das soll, ist er endlich geradeaus gefahren. Es ging aber nicht lange und dann ist er auf einer Hauptstrasse in entgegengesetzter Richtung gefahren. Er hat es auch geschafft auf einer irre langen stehenden Kolonne aufzufahren. Und da standen wir bereits 10 Minuten lang und der Taxameter lief und lief. Als es 86 Peso zeigte habe ich dem Fahrer nach vorne eine 100er Note hingeschmissen und bin frech ausgestiegen. Die hintere Türe habe ich ihm dann so zugeschmissen, dass er sich an mich erinnern kann.

Nun lief ich 10 Minuten lang unter der tropischen Sonne und dem aufgeheizten Zement von Manila bis zur nächsten Hauptstrasse. Dort angekommen stellte ich mich auf der Strassenseite in Richtung Coastal Mall, danach hob ich wieder die Hand und einige Sekunden später stand bereits wieder ein Taxi vor mir.

„Coastal Mall“ war wiederum meine Bitte und er erwiderte es bejahend. Danach ging es wieder von vorne los. Ich musste den Fahrer höflich bitten das Taxameter einzuschalten. Das tat er dann auch sofort und ein paar Minuten später bog auch dieser Joli ab. Er fragte mir „ob ich Lust nach Girls und Chicks hätte“.
Meine Antwort war: „Gonorea, sick & Aids“.
Er lachte und fragte mich wieder„ob ich Lust nach Girls und Chicks hätte“.
Ich erwiederte wieder „Gonorea, sick & Aids“.
Inzwischen fuhr auch er in der entgegengesetzten Richtung zum Ziel. Er lachte wieder und ich fragte ihn höflich, wo eigentlich die Fahrt gehen sollte. Er zeigt mir eine wilde Bushaltestelle neben der Strasse und da durfte ich aussteigen nachdem ich wieder 100 Peso losgeworden war. Es war eine Bushaltestelle, wo einmal im Tag ein Bus in Richtung meines Wohnortes fuhr.

Nun lief ich wieder und nach 20 Minuten Marsch quer durch einen Armenviertel (nicht ganz ungefährlich für einen „reichen“ Ausländer) kam ich endlich zur Roxas Rd., einer der führenden Hauptstrassen von Manila und stellte mich in Richtung Coastal Mall. Dort hob ich wieder die Hand 10 Minuten lang, aber kein einziger Taxi wollte anhalten. Als ob sie gewusst hätten, dass es in dieser Richtung nur noch nach Coastal Mall gehen kann.

Aber die Rettung kam unverhofft als ein Bus auftauchte mit der seltenen Aufschrift „Nasugbu“, eine Stadt 120 km weit entfernt und der Bus musste an meinem Wohnort vorbei fahren. Der Fahrer hat dann Gott sei Dank meine verzweifelten Handbewegungen verstanden und mich aufgeladen. Mit 90 Peso Ticketkosten gings nun 80 km weit nach Hause.

Nun werdet Ihr, liebe Leser, fragen. „Warum gibst Du diesen Betrügern noch Geld?“

Die Antwort ist einfach: „Es kommt immer wieder vor, dass ein Kunde erschossen wird, weil er nicht bezahlt hat.“